Almuth Steinhoff stellt die Nachwuchs-Torhüter unserer U13 und U14 vor.

„…und zwischen diesen Pfosten die Nachwuchs-Torhüter des FCM.“ 

NLZ

Ein Blick auf die Nachwuchs-Torhüter der U13 und U14

von Almuth Steinhoff 
 
Früher wurde bei uns auf dem Schulhof meist der dickste oder der schlechteste Fußballer ins Tor gestellt, Hauptsache, der Kasten war besetzt. Alle wollten stürmen oder wenigstens mal aus der zweiten Reihe auf das Tor schießen. Zwischen den Pfosten stehen war langweilig und nicht spektakulär. So hieß es: „Wenn der Ball am Torwart vorbei geht, ist es meistens ein Tor.“ Solche und weitere Sprüche musste sich der Schlussmann, oder in meinem Falle, die Schlussfrau, oft anhören. Auch heutzutage jagen die Mädchen und Jungen auf dem Schulhof, auf dem Spielplatz oder auf der Wiese dem runden Leder hinterher. Das Tor ist meist „fliegend“ besetzt. „Pfostensteher“ sind gesuchte Leute. Inzwischen gibt es spezielle Angebote als Arbeitsgemeinschaften in den Schulen oder auch in Torhüter-Camps, angeboten von verschiedenen Vereinen. Die besten Nachwuchskicker schaffen dann vielleicht den Sprung in das DFB-Stützpunkttraining.
 


Niklas, Kolja, Charlie, Paul und Tom haben ihre ersten fußballerischen Schritte schon längst hinter sich, haben Sichtungen und Turniere gespielt und träumen von einer Torhüter-Karriere. Montags und donnerstags trainieren die 12- und 13-Jährigen unter der Leitung von Leonard Wolter. Der Torwart-Trainer ist selbst zwischen den Pfosten aktiv, hütet den Kasten bei SV Fortuna Magdeburg in der Verbandliga. Aus einem reichen Erfahrungsfundus schöpfend gibt er zweimal wöchentlich die Basics an die Youngster weiter. Der 19-Järhige kann sich über Mangel an Beschäftigung nicht beklagen; drückt er doch zudem für das Lehramtsstudium die Studierbank. Eigentlich war Leonard Wolter nie wirklich weg von den Trainingsplätzen, auf denen er zehn Jahre für Blau-Weiß im Tor gestanden hatte. Über ein Engagement bei der Fußball-Ferienschule des 1. FC Magdeburg kam Leonard schlussendlich zurück zum ehemaligen Jugendverein, unterstützt vom Torwart-Koordinator Max Heidel. „Es ist schon eine gewisse Vertrautheit da, wenn ich aufs Gelände komme. Nur eben jetzt als Trainer, nicht mehr als Spieler.“ 

Das Torhüter-Quintett schwört auf ihren „Herrn Wolter“. „Er hat immer einen guten Tipp für uns, seine Kritik spornt an, denn er weiß ja, wovon er spricht“, sind sich die jungen Torhüter einig. „Wichtig ist, dass das Training Spaß macht“, erklären Kolja und Charlie. Die beiden sind nicht nur Klassenkameraden am Magdeburger Sportgymnasium, sondern auch Trainingskollegen. Koljas Weg führte tatsächlich über ein Torwart-Camp zum NLZ. Charlie, Niklas, Tom und Paul haben über andere Sichtungsformen den Sprung an die Sportschule geschafft und profitieren so vom Vormittagstraining, das zweimal in der Woche angeboten wird. Leonard Wolter kennt dieses System aus eigener Sportschulzeit und weiß, dass es viel Zeit braucht, aus talentierten Jungen diese ganz besonderen Fußballer zu formen. So verwendet er altersspezifisch auch genügend Zeit für spaßbetonte Spielformen. „Lattenschießen ist cool, oder auch kurze Ecke, vor allem, wenn der Verlierer dem Gewinner einen ausgeben muss (ein Milchmischgetränk)“, erzählen die Jungs. Vielleicht ist es auch der geringe Altersunterschied, der das Training „trägt“. „Die Jungs können jederzeit zu mir kommen, wenn es Probleme gibt. Wir haben eine sehr angenehme Arbeitsatmosphäre.“ Leonard Wolter umreißt die derzeitigen Trainingsschwerpunkte: Grundtechniken und das Entwickeln von koordinativen Fertigkeiten, „die Jungs sind in diesem jungen Alter äußerst aufnahmefähig.“
 


Die Torhüter-Schule des 1. FC Magdeburg ist über die Landesgrenzen hinaus als Leistungsschmiede bekannt. Als junge Spieler nach Magdeburg gekommen und jetzt fest in den Spielbetrieb integriert sind Noah Kruth (Profis), Tom Schlitter (U23), Robert Kampa (U23/U19), Tjark Möbius (U19) und Felix Güldner (U19). Klar, dass die Torhüter-Youngster ebenfalls in diese Richtung denken „U19 zu spielen wäre schon echt cool!“ Aber Charlie, Kolja, Tom, Paul und Niklas wissen, dass vor dem Preis der Schweiß steht und vor einem ersten großen Einsatz noch viel Wasser die Elbe hinunterfließen wird. 

Kolja Draba 

  • erster Verein: Wacker Nordhausen 

  • Vorbild: Manuel Neuer 

Charlie Mittmann 

  • erster Verein: SV Klinga-Ammelshain 

  • Vorbilder: Jordan Pickford, Aaron Ramsdale 

Paul Liedtke 

  • erster Verein: … 

  • Vorbild: Marc Andre ter Stegen 

Niklas Schubert 

  • erster Verein: Brachstedt 

  • Vorbild: Manuel Neuer 

Tom Stark 

  • erster Verein: SSV Stötteritz 

  • Vorbild: Manuel Neuer

Fotos: 1. FC Magdeburg / Norman Seidler